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Klinikum Reinkenheide: Nachfrage nach minimal-invasivem Hüftgelenksersatz steigt
Wenn das Hüftgelenk verschleißt, kann bei starker Einschränkung der Lebensqualität ein künstlicher Hüftgelenksersatz notwendig werden. In Deutschland werden jährlich ca. 180.000 solcher Operationen vorgenommen. Zunehmend mehr Patienten am Klinikum Bremerhaven wünschen sich ihren Hüftgelenksersatz über einen sogenannten minimal-invasiven Zugang. Der minimal-invasive Zugang zum Hüftgelenk erfolgt über einen kleineren Hautschnitt von nur ca. 8-10 cm. Sehnen und Muskeln werden im Gegensatz zu herkömmlichen Zugängen nicht vom Knochen abgetrennt. Sie werden mit speziellen Instrumenten schonend beiseite gehalten. Vorteile des minimal-invasiven Zuganges sind eine schnellere Genesung und Mobilisation nach der Operation sowie eine meist schnellere Wundheilung. Nach einem Jahr gleichen sich die Ergebnisse aber meist den Ergebnissen von herkömmlichen Zugängen an. Die Vorteile des minimal-invasiven Zuganges werden tatsächlich eher in der Frühphase nach der Operation sichtbar. Ein Nachteil des minimal-invasiven Zuganges liegt in einer etwas verlängerten Operationszeit. Die chirurgische Technik ist für den Operateur etwas anspruchsvoller. Sie muss speziell erlernt werden. Aus diesem Grund wird bei schwierigeren Hüftoperationen, bei Wechseloperationen oder bei sehr kräftigen Patienten die herkömmliche Operationstechnik der minimal-invasiven weiter vorgezogen.

Am Klinikum Bremerhaven wird der minimal-invasive Hüftgelenksersatz seit 2004 durchgeführt. Die Klinik diente bereits als Ausbildungsklinik für dieses Verfahren, u.a. für Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover. Die minimal-invasiven Eingriffe an der Hüfte werden in der Klinik für Orthopädie vom Leitenden Oberarzt Dr. Wolfgang Hackstein und vom Chefarzt Privatdozent Dr. med. Marius von Knoch durchgeführt. Beide verfügen über mehrjährige Erfahrung auf diesem Gebiet.

 

 

 

Besuch von Dr. Steffen Brand
Der bekannte Spitzensportler und Sportorthopäde Dr. Steffen Brand besuchte am 18.11.2010 die Klinik für
Orthopädie und Endoprothetik am Klinikum Bremerhaven, um sich über die neuesten minimal-invasiven Operationstechniken für die Schulter zu informieren. Er nahm an zwei Operationen mit komplexen Sehnenrekonstruktionen teil.

Dr. Brand ist mehrfacher Deutscher Meister im 3000m Hindernislauf und Olympiateilnehmer 1992 und 1996. Danach fungierte er als Athletenbeauftrager des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) von 1997 bis 2001. Heute behandelt er national und international erfolgreiche Spitzensportler verschiedener Disziplinen. 1997 erhielt Dr. Steffen Brand den Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis; er befindet sich damit in bester Gesellschaft mit verschieden Deutschen Olympiasiegern.

 

 

Spezialsprechstunde eingerichtet
Seit Oktober 2010 wird das Team der Klinik für Orthopädie und Endoprothetik von Dr. von Knoch sen. als Konsiliararzt verstärkt. Dr. von Knoch sen. ist Facharzt für Orthopädie und Rheumatologie. Er hat mehr als 30 Jahre als Oberarzt im Seepark Krankenhaus in Debstedt gearbeitet und dort über 10.000 Kunstgelenke eingesetzt. Am Klinikum Bremerhaven hält er eine Spezialsprechstunde für Hüft- und Knieendoprothetik ab. Darüber hinaus hat er in der Klinik für Orthopädie und Endoprothetik bereits bestehende Prozessabläufe und Standards evaluiert und mit fortentwickelt.


Abbildung: Dres. von Knoch diskutieren die richtige Operationsmethode für eine Patientin mit Hüftgelenksarthrose.

 

 


Ausbildungslabor für arthroskopische Chirurgie
Die Klinik für Orthopädie und Endoprothetik betreibt seit Juni 2010 ein Ausbildungslabor für arthroskopische Chirurgie. Hier werden Assistenten und Fachärzte in minimal-invasiven Operationstechniken für die Behandlung verschiedender Schultererkrankungen ausgebildet. "Lab Sessions" finden regelmässig unter Anleitung des Chefarztes statt (siehe Foto).


Durchführung einer minimal-invasiven Naht der Gelenklippe am Schultermodell 



Beitrag für ein amerkanisches Standardwerk
Privatdozent Dr. Marius von Knoch, Chefarzt der Klinik für Orthopädie,  hat im amerikanischen Standardwerk der Orthopädischen Sportmedizin, dem DeLee & Drez`s Orthopaedic Sports Medicine ein Buchkapitel zur jetzt erschienenen dritten Auflage beigetragen. Möglich wurde dies durch Unterstützung und in Zusammenarbeit mit seinem schulterchirurgischen Lehrer Prof. Christian Gerber von der Uniklinik Balgrist in Zürich. In dem Buchkapitel werden verschiedene Nahtmaterialien für die minimal-invasive Schulterchirurgie vorgestellt, verschiedene Knotentechniken erläutert und der aktuelle wissenschaftliche Stand auf dem Gebiet präsentiert.

 Titelbild des Standardwerks 

Letzte Aktualisierung: 27.01.2011
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