Sektion Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Das Erstmanifestationsalter liegt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Auch Kinder können an MS leiden. MS ist der häufigste Grund einer Behinderung und der damit verbundenen Erwerbsminderung bei jungen Erwachsenen. In Deutschland geht man von ca. 120.000 Menschen mit MS aus. Frauen sind 3-4x häufiger betroffen. Die MS wird auch Enzephalomyelitis disseminata genannt und gehört zu den chronisch entzündlichen ZNS-Erkrankungen. Ähnliche Symptome und Verläufe werden bei der Neuroborreliose, Neurosarkoidose, Devic-Syndrom (Neuromyelitis optica), Hashimotoenzephalitis, Morbus Behcet, ADEM und SSPE beobachtet.

Im Rahmen eines Behandlungskonzeptes (MS-Unit) steht ein Team für MS-Kranke und deren Angehörigen zur Verfügung, das auch die Lebensqualität und soziale Integration in ihre Therapie mit einbezieht. Eine spezialisierte MS-Krankenschwester erleichtert den Aufenthalt im Krankenhaus. Darüber  hinaus werden regelmäßige Fortbildungen für Patienten, Angehörige und Personal zu diesem Thema veranstaltet, die über die Erkrankung und die neuesten Erkenntnisse informieren. Es besteht eine enge Kooperation zu der Patientenorganisation DMSG. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Verknüpfung mit den ambulant arbeitenden Ärzten und Therapeuten, um eine „multidisziplinäre  Betreuung" zu ermöglichen. Neben der stationären Behandlungsmöglichkeit besteht seit 2013 eine Neurologische Tagesklinik.

Diagnostische Möglichkeiten

Die Neurologie bietet für die Diagnostik und Behandlung von MS-Kranken hervorragende Möglichkeiten. Alle für eine Diagnosestellung unbedingt erforderlichen Untersuchungen, wie die Analyse des Nervenwassers (Liquor), die Messung der Leitungsfähigkeit der Nerven (evozierte Potentiale), sowie die notwendigen Schichtaufnahmen (Kernspintomographie) des Zentralen-Nerven-Systems stehen zur Verfügung. Die Verlaufsbeobachtung sowohl klinisch als auch bildgebend ist entscheidend für die Therapie. Zu unseren Untersuchungen gehören: MS-functional-composite (Testkombination als Vorschlag der US National MS Society Task Force 97), EDSS (erweiterte Behinderungsskala zur Bewertung des Schweregrades der MS), neuropsychologische Untersuchungen, Erfassung von Lebensqualität, Fatique und Depression.

Therapeutische Möglichkeiten

Die Neurologische Klinik  ist in der Lage das gesamte Spektrum der medikamentösen MS-Therapien anzubieten. In den letzten Jahren hat sich mit dem zunehmenden Einsatz neuer Medikamente ein grundlegender Wandel in der MS-Therapie vollzogen. Es stehen uns Medikamente zur Verfügung die in der Lage sind Krankheitsschübe zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Immunmodulative und immunsuppressive Wirkstoffe werden gemäß den Empfehlungen der Leitlinien eingesetzt. Die symptomatische Therapie bei einer nur bedingt kausal behandelbaren Erkrankung, wie der MS hat einen besonders hohen Stellenwert. Die Behandlung einer Spastik, Blasenentleerungsstörung, Depression oder von Koordinationsstörungen hat für Patienten eine enorme Bedeutung. Optimale Therapien sind jedoch nur in enger Zusammenarbeit mit allen beteiligten Therapeuten möglich. Der Patient sollte Mittelpunkt einer multidisziplinären Arbeit sein. 

Leistungsspektrum

  • Diagnostik und Therapie
  • Analyse des Nervenwassers (Liquor)
  • Kernspintomographie von Gehirn und Rückenmark (MRT)
  • Evozierte Potentiale (elektrische Nervenmessungen)
  • Verlaufskontrollen und Beratung in der Tagesklinik
  • Erfassung von EDSS/MSFC/Fatique/Depression/Lebensqualität
  • Durchführung von klinischen Studien

Forschungsaktivitäten

Die klinischen Forschungsaktivitäten der Klinik sind Projekte der Neuentwicklungen auf den Gebieten der Pharmakotherapie und Neuroprotektion, sowie Studien zur Lebensqualität.