Schmerztherapeutisches Symposium am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide

Ein schmerztherapeutisches Symposium für Ärzte und Patienten findet am 23. November 2016 um 16.00 Uhr im Konferenzraum des ZARR, 1. Etage im Ärztehaus am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide statt. Die Leitung des Symposions haben der Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Prof. Dr. Oliver Radke, und die Leiterin der Schmerztherapie, Dr. Sigrid Schwalbe.

Den Hauptvortrag hält Prof. Dr. Annelie Keil zum Thema „Schmerz im gesellschaftlichen Kontext“. Prof. Dr. Marcus Pinsker, der neue Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie gibt eine Einführung in den Nutzen und die Wirkung neurochirurgischer Verfahren in der  Schmerztherapie.

Darüber hinaus wird das stationär tätige Schmerztherapeutische Team seine Arbeit in Kurzvorträgen vorstellen.

Das Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide bietet eine stationäre multimodale Schmerztherapie für Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen an.

Multimodale stationäre Schmerztherapie heißt, dass nicht allein eine medizinisch-körperliche Behandlung mit Medikamenten und Interventionen wie Nervenblockaden und Schmerzkatheterverfahren durchgeführt wird, sondern das gesamte Schmerzerleben des Patienten im Zusammenhang von körperlicher Erfahrung und psychischer Verarbeitung anspricht.

Zu diesem Therapieangebot gehören:

  • Psychologische Verhaltenstherapie in Einzelgesprächen und als Gruppentherapie (Psychologische Entspannungsverfahren, psycholog. Hypnotherapie Muskelrelaxation nach Jacobsen)
  • Biofeedback
  • Stärkung des positiven Körpererlebens durch ein intensives krankengymnastisches Behandlungsprogramm als Einzel- und als Gruppentherapie (Manuelle Therapie, Spiegeltherapie, Lymphdrainagen, Bewegungsbäder)
  • Anwendungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), z.B. Akupunktur und Schröpfglasmassagen zeigen, wie auch ohne Medikamente Schmerzlinderung erzielt werden kann
  • Therapien zur Schmerzdistanzierung und besseren Schmerzbewältigung wie Lachyoga und Imaginationsverfahren, Kunsttherapie, Therapeutisches Tanzen, „Heilsames Singen“ und EFT= Emotional Freedom Therapy (Klopfakupressur nach der TCM) sind weitere Modalitäten
  • Sozialberatung (bei Bedarf)
  • Diätberatung   (bei Bedarf)

Vor Beginn jeder Therapie erfolgt eine Bewertung, das sogenannte Assessment, bei dem in einer interdisziplinären Schmerzkonferenz die Grundkrankheit und Chronifizierung der Schmerzentwicklung beurteilt werden, gegebenenfalls wird noch erforderliche Diagnostik durchgeführt. Ein wichtiger Vorteil für die Patienten ist die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachabteilungen des Klinikums Bremerhaven-Reinkenheide in dieser Schmerzkonferenz, so dass die Patienten bei Bedarf von den Spezialisten dieser Abteilungen mitbehandelt werden können. Auf dieser Grundlage wird für jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt.

Der Behandlungsfortschritt wird durch kontinuierliche Messung der Schmerzintensität anhand einer Skala von Stufe 10 = maximal denkbarer Schmerz bis Stufe 0 = Kein Schmerz dokumentiert.

Beispiele für chronische Schmerzsyndrome sind:

  • Gesichtsschmerzen
  • Herpes Zoster (Gürtelrose)
  • Kopfschmerzen
  • Tumorschmerzen
  • Kreuz-/Rückenschmerzen
  • Neuralgien, z.B. Trigeminusneuralgie
  • Phantomschmerzen
  • Polyneuralgien
  • Schmerzen bei Durchblutungsstörungen
  • Schmerzen des Bewegungsapparates
  • Somatoforme Schmerzsyndrome
  • CRPS (Morbus Sudeck)

Informationen zu den Aufnahmemodalitäten gibt es unter der Telefonnummer 0471/299-3188 täglich von 8.00 – 12.00 Uhr.

Meldung vom: 20.11.2016